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Artikel-Schlagworte: „Klimawandel“

Gefahren durch extreme Niederschläge werden ab 2040 deutlich zunehmen

Der Klimawandel schreitet weiter voran. Deutschland muss deshalb schon ab dem Jahr 2040 ganzjährig mit einer starken Zunahme extremer Niederschläge rechnen. Damit drohen bereits in drei Jahrzehnten deutlich mehr Schäden durch Überschwemmungen. Politik, Wirtschaft und Gesellschaft müssen sich frühzeitig auf die wachsenden Gefahren durch Wetterextreme vorbereiten.

Dieses Ergebnis eines gemeinsamen Forschungsprojekts des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), des Technischen Hilfswerks (THW), des Diesen Beitrag weiterlesen »

Klimawandel bringt NRW-Innenstädte zum schwitzen: Forscher suchen nach Auswegen aus der Hitzefalle

Düsseldorf, 14. Oktober 2010  -  Der Klimawandel trifft die Innenstädte Nordrhein-Westfalens schon heute empfindlich – darauf lassen die ersten Ergebnisse der vom nordrhein-westfälischen Umweltministerium und dem Deutschen Wetterdienst (DWD) finanzierten Studie „Köln_21“ schließen. Nach den vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) und dem DWD durchgeführten Messungen war es im Hitzemonat Juli in der Kölner Innenstadt nachts bis zu acht Grad wärmer als im locker bebauten und stark begrünten Außenbereich. „Und der Klimawandel setzt sich fort, mit Diesen Beitrag weiterlesen »

Klimaforschung mal anders: Altes Heu verrät wie Grasland auf den Klimawandel reagiert

Wie reagieren Pflanzenökosysteme langfristig auf die steigende Konzentration des Treibhausgases CO2 in der Atmosphäre? Diese grundlegende Frage stellt sich vor dem Hintergrund des Klimawandels immer drängender. Forscher vom Lehrstuhl für Gründlandlehre der Technischen Universität München (TUM) haben sie nun – weltweit zum ersten Mal – für Grasland untersucht. Antworten fanden die Wissenschaftler an ungewohnter Stelle: in Steinbockhörnern aus der Schweiz und in 150 Jahre altem Heu aus England.

Forscher, die die Reaktion von Bäumen auf die steigende CO2-Konzentration in der Luft untersuchen möchten, haben es leicht: Sie müssen nur einen Bohrkern aus dem Stamm nehmen, denn Bäume speichern den aufgenommenen Kohlenstoff im Holz. Eine hundertjährige Eiche bildet also in ihren Jahresringen ab, wie sie über ein Jahrhundert hinweg mit dem beginnenden Klimawandel umgegangen ist. “Die Graslandvegetation, an der wir arbeiten, wird hingegen schnell gefressen oder stirbt in wenigen Monaten ab und zersetzt sich” erklärt Prof. Hans Schnyder, der am Wissenschaftszentrum Weihenstephan der TUM im Bereich Grünland forscht. Trotzdem wollte der Schweizer Wissenschaftler herausfinden, wie sparsam Grasland mit Wasser haushaltet, wenn es wärmer wird und die Kohlenstoffdioxidkonzentration in der Luft steigt.

Dazu muss man wissen: Jede Pflanze nimmt CO2 aus der Luft auf. Gleichzeitig verdunstet sie Wasser, zur Kühlung der sonnenbestrahlten Blätter. Beides passiert über die Stomata, winzige Poren in den Blättern, deren Öffnungsweite die Pflanze regulieren kann. Bei zunehmender Trockenheit schließt sie ihre Stomata, um den Wasserverlust zu mindern, nimmt damit aber auch weniger CO2 auf. Aus Laborexperimenten weiß man, dass bei künstlich erhöhter Außenkonzentration von CO2 die Aufnahmefähigkeit für das Gas bei gleicher Öffnungsweite der Stomata kurzfristig steigt. Um aber zu ermitteln, wie sich die Wassernutzungseffizienz von Graslandvegetation – also das Mengenverhältnis von aufgenommenem CO2 zu abgegebenem Wasser – im Laufe des letzten Jahrhunderts wirklich entwickelt hat, musste Prof. Schnyder fürs Grasland ähnlich lange Zeitreihen finden wie beim Holz.

Hier kam dem Team zunächst die Steinbockhörner-Trophäensammlung des Naturhistorischen Museums Bern zur Hilfe: Der Steinbock speichert in seinen Hörnern isotopische Information über die Wassernutzung der Vegetation, die er gefressen hat. Daher griffen die TUM-Forscher in der Museumsammlung, welche die Jahre 1938 bis 2006 umfasst, zum Schnitzmesser – und entfernten von jedem Horn ein kleines Stückchen. Da auch Steinbockhörner Jahresringe besitzen, konnten die Grünlandforscher aus diesen Hornproben Rückschlüsse auf die Graslandvegetation der Berner Alpen ziehen, auf welcher die Tiere gegrast hatten.

Ein einmaliges Probenarchiv an der Forschungsstation Rothamsted in England ermöglichte schließlich den Vergleich mit einer zweiten Graslandschaft. In Rothamsted wurde vor gut 150 Jahren das heute älteste ökologische Graslandexperiment gestartet, das “Park Grass Experiment”: Seit 1857 archivierte man dort Probenmaterial, um späteren Forschergenerationen mit neuen Messmethoden langfristige Einblicke in das Ökosystem vor Ort zu ermöglichen. Tatsächlich konnten die TUM-Forscher jetzt aus den bis zu 150 Jahre alten Heuproben – ebenfalls über eine Analyse der jeweiligen Isotopensignatur – herauslesen, wie die dortige englische Graslandvegetation das Wasser über die Jahre genutzt hat.

Auf diese Weise ermittelten die Weihenstephaner Forscher die individuelle Isotopensignatur der Graslandvegetation in den Berner Alpen und im britischen Flachland jeweils über lange Zeit: anhand der Hörner über 69 Jahre, anhand der Heuproben sogar über 150 Jahre. Diese Daten wurden in einem zweiten Schritt jeweils mit den Klimadaten der untersuchten Regionen verrechnet, etwa Lufttemperatur und -trockenheit. Das Ergebnis: An beiden Standorten ist die intrinsische Wassernutzungseffizienz der Graslandvegetation über die Jahre gestiegen. Das heißt: Die Pflanzen haben ihr Wasserspar-Potenzial erhöht, während es wärmer wurde und zunehmend mehr CO2 in die Luft gelangte. Damit haben die TUM-Forscher weltweit erstmalig die langfristige Wirkung des anthropogenen Klimawandels auf die Wassernutzungseffizienz von Grasland dargestellt.

Allerdings fanden sich Unterschiede zwischen den Standorten: In der Schweiz blieb die reale Wassernutzungseffizienz der Alpenwiese trotz der gestiegenen intrinsischen Wassernutzungseffizienz des Graslandes gleich, weil die Luft wegen des Klimawandels insgesamt trockener und wärmer geworden ist. In England fanden die Forscher diesen Befund nur für den Herbst bestätigt. Im Frühling dagegen – der in Rothamsted trotz des Klimawandels nicht trockener ausfällt als vor 150 Jahren – schlägt das Wasserspar-Potenzial der Graslandvegetation auch in der Realität durch. Diese Ergebnisse werden helfen, Klimasimulationen weiter zu verbessern: Komplexe Berechnungsmuster, die die Vegetation mit einbeziehen, konnten bisher beim Grasland nur mit Schätzungen arbeiten. Diese Black Box der Klimaforschung haben die Forscher der TU München jetzt gelüftet.

Quelle: Technische Universität München

Veränderungen der Eismasse auf die Schwerkraft werden untersucht

Geowissenschaftler der Universität Jena starten am 13. Dezember zur Antarktis-Expedition

Zu einer Expedition in die Antarktis werden Wissenschaftler des Instituts für Geowissenschaften der Friedrich-Schiller-Universität Jena am 13. Dezember aufbrechen. Von Neuseeland aus werden sie mit einem italienischen Forschungsschiff ihr Ziel ansteuern, die Station Gondwana im Nord-Victoria-Land, wo sie bis Ende Februar 2010 ihre Forschungsarbeiten durchführen werden.

Diese finden im Rahmen der Expedition GANOVEX X (German Antarctic North Victoria Land Expedition) statt, die von der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe organisiert und in Kooperation mit italienischen Einrichtungen zum zehnten Mal in dieser Art durchgeführt wird.

Wie sich die Veränderungen der Eismasse auf die Schwerkraft auswirken, wird Prof. Dr. Gerhard Jentzsch untersuchen. Der Direktor des Instituts für Geowissenschaften will dazu grundlegende Vermessungen des Schwerefeldes durchführen. Hierzu stützt er sich auf die Messpunkte der italienischen Kollegen, die dort bereits mehrfach GPS-Messungen durchgeführt und daraus horizontale und vertikale Bewegungen abgeleitet haben. “Durch die Bestimmung von Schweredifferenzen zwischen diesen Punkten sollen diese Arbeiten nun ergänzt werden”, so Jentzsch. “Letztendlich können wir so, in Verbindung mit den Punktbewegungen aus den GPS-Beobachtungen, geologisch-tektonische Prozesse quantifizieren.” Dazu seien allerdings Wiederholungsmessungen in den kommenden Jahren nötig. Für seine Untersuchungen wird Prof. Jentzsch im Hubschrauber die Punkte anfliegen und mit sogenannten Gravimetern vermessen.

Der Jenaer Professor für Angewandte Geophysik hat durch mehrere Arbeitsaufenthalte auf Grönland und dem Forschungsschiff Polarstern, auf dem er eine Reise zum Alpha-Rücken im arktischen Polarmeer unternahm, bereits einschlägige Polarerfahrung.

Zusammen mit Prof. Jentzsch werden Dr. Robert Schöner und die angehende Doktorandin Nadine John von der Jenaer Uni die Expedition begleiten. Die beiden Wissenschaftler vom Lehrstuhl für Allgemeine und Historische Geologie werden ein großes, etwa 270 Millionen Jahre altes Flusssystem aus der Zeit des Perms untersuchen. “Zu dieser Zeit war die Antarktis zusammen mit Australien, Indien, Südamerika und Südafrika noch Teil des riesigen Urkontinents Gondwana”, erklärt Dr. Schöner. “Wir wollen herausfinden, ob in diesem Flusssystem einst Sand über mehrere tausend Kilometer durch die Antarktis und bis nach Australien transportiert wurde.”

Bereits bei der letzten GANOVEX-Expedition, die von November 2005 bis Februar 2006 stattfand, war der Jenaer Geologe Dr. Robert Schöner, damals zusammen mit Prof. Dr. Lothar Viereck-Götte, mit von der Partie. Die Geländearbeiten der beiden Wissenschaftler im Transantarktischen Gebirge fanden in großen Höhen bis über 3.000 m statt. “Meist herrschten dort Temperaturen zwischen -15 °C und -30 °C, zudem wehte häufig ein scharfer, beißender Wind”, berichtet Schöner. “Dank guter Ausrüstung und guter Unterstützung durch Helikopter konnten wir dennoch alle wissenschaftlichen Fragestellungen erfolgreich bearbeiten.”

Solche ausgezeichneten Forschungsbedingungen erhoffen sich die Jenaer Geowissenschaftler auch für die aktuelle Expedition. Im kommenden Februar werden sie mit ihren Ergebnissen an der Saale zurück erwartet.

Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena

Klimagipfel in Kopenhagen bietet einmalige Chance für Erfolg

Seit heute, den 7. Dezember, treffen in Kopenhagen Vertreter von 192 Staaten zusammen, um auf der UN-Klimakonferenz ein globales Klimaabkommen zu verhandeln, das die Welt vor den schlimmsten Folgen des Klimawandels bewahrt. “Wir brauchen kein vages Abkommen, das zu einem unendlichen Verhandlungsmarathon führt, sondern konkrete Ergebnisse. Wir müssen das einzigartige politische Momentum für den Klimaschutz in Kopenhagen nutzen und damit unsere Lebensgrundlagen bewahren”, erklärt Regine Günther, Leiterin Klimaschutz beim WWF.

Nach Ansicht des WWF muss sich die internationale Staatengemeinschaft darauf einigen, die globale Erwärmung deutlich unterhalb der Gefahrenschwelle von 2°C zu begrenzen. Um diese gemeinsame Vision zu erreichen, müsse die Gruppe der Industrieländer ihre Treibhausgasemissionen bis 2020 um mindestens 40 Prozent unter den Wert von 1990 senken. Die USA müssen vergleichbaren Verpflichtungen zustimmen.

Damit die weltweiten Emissionen nicht weiter ansteigen, müssten auch die Entwicklungs- und Schwellenländer Maßnahmen ergreifen und ihren Treibhausgas-Ausstoß bis 2020 um mindestens 30 Prozent unter das “Business-as-usual”-Szenario reduzieren. Dabei müssen sie von den Industrieländern finanziell unterstützt werden. “Der Großteil der vorhandenen CO2-Emissionen geht auf das Konto der Industrienationen. Daher müssen diese sowohl bei der Reduzierung der Emissionen als auch bei der Finanzierung die Führungsrolle übernehmen”, so Günther. Den Entwicklungs- und Schwellenländern müsse langfristig für Klimaschutz, die Anpassung an den Klimawandel sowie den Schutz der Wälder finanzielle Unterstützung in Höhe von 110 Mrd. Euro jährlich zugesagt werden. “Am Ende des Klimagipfels muss sicher sein, dass ab 2013 ein internationaler, rechtsverbindlicher Klimaschutzvertrag in Kraft treten kann”, so Günther. “Der Erfolg in Kopenhagen ist allein eine Frage des politischen Willens.”

Quelle: WWF

NRW und China vereinbaren gemeinsame Forschung zu Klimawandel

Köln, Jülich, Peking (China) – Die Universität Köln und das Forschungszentrum Jülich wollen künftig enger mit chinesischen Forschern in Klima- und Energiefragen zusammenarbeiten. Eine entsprechende Erklärung unterzeichneten die beiden NRW-Wissenschaftseinrichtungen jetzt in Peking mit der chinesischen Akademie der Wissenschaften und der Peking Universität. Unterstützt wird die Kooperation von NRW-Innovationsminister Prof. Andreas Pinkwart und dem stellvertretenden chinesischen Wissenschafts- und Forschungsminister Dr. Liu Yuanhua. Pinkwart ist derzeit mit einer zehnköpfigen Wissenschaftsdelegation in Peking.

Im Mittelpunkt der Köln-Jülich-Pekinger Kooperation soll die Klimaforschung stehen. Gemeinsame Studien zum Energieverbrauch sollen ebenso stattfinden wie gemeinsame Forschung zur strategischen Klima- und Energiepolitik. Die Gründung eines deutsch-chinesischen Klimawandel- und Energie-Instituts im Laufe der Zusammenarbeit schloss der Rektor der Kölner Universität Prof. Axel Freimuth nicht aus.

Quelle: IWR

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