Schutz vor heftigen Fluten

Grünes Licht für weitere Hochwasserschutzmaßnahmen in der Region Celle: Der NLWKN (Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz) hat jetzt einen entsprechenden Antrag der Stadt Celle genehmigt. Cornelia Scupin, Geschäftsbereichsleiterin im NLWKN, überreichte am Donnerstag den 117 Seiten umfassenden Planfeststellungsbeschluss an den Celler Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende.

Dieser dritte Abschnitt betrifft den Bereich vom Zusammenfluss von Aller-Nordarm und Mühlenaller bis zu den Celler Wehranlagen und damit vor allem die Allerinsel. „Die Hochwasserschutzmaßnahmen des ersten und zweiten Abschnitts von Boye bis zur Allerinsel sind bereits weitestgehend umgesetzt. Mit der jetzt vorliegenden Genehmigung kann die Stadt Celle den Hochwasserschutz für die Region weiter ausbauen“, betonte Scupin.

Vorgesehen ist ein Bündel von Maßnahmen: Geplant ist einerseits die Abgrabung von Vorland, andererseits die Erhöhung von bestimmten Flächen. Dazu kommen Deiche und Hochwasserschutzmauern. „Die Planung basiert auf dem Rahmenentwurf zum Hochwasserschutz, der das Ziel hat, sämtliche Wohnbebauungen sowie alle gewerblichen und industriellen Einrichtungen in der Stadt Celle vor Überflutungen in Folge eines Hochwassers zu schützen, das statistisch alle 100 Jahre eintritt“, erläuterte Mende, der davon ausgeht, dass mit den ersten Arbeiten noch 2014 begonnen werden kann.

Die Vorlandabgrabungen bewirken eine Vergrößerung des Abflussprofils und damit eine Absenkung der Hochwasserstände. Im Allernordarm kann dadurch der Bemessungswasserstand bis zu 25 cm gesenkt werden. Die Abgrabungen erfolgen insbesondere auf der Allerinsel am Südufer des Allernordarms sowie im Bereich der Speicherstraße; zwischen zwei und drei Metern werden abgeräumt. Das ergebe ein Volumen von knapp 70.000 m³.

Die aus Umweltsicht empfindlichen Bereiche werden dabei soweit wie möglich geschont. Zum Gewässer hin bleibt ein vier Meter breiter Streifen stehen, so dass die vorhandenen Uferstrukturen weitestgehend erhalten bleiben. Aus landespflegerischen Gesichtspunkten werden eine Senke sowie ein Altarm zum Allernordarm angelegt.

„Die Abgrabungen allein reichen jedoch nicht aus, um den angestrebten Hochwasserschutz für die Stadt Celle zu erreichen“, sagte Scupin. Daher sind zusätzliche technische Schutzbauten wie Deiche z.B. im nördlichen Bereich der Allerinsel und flächige Aufhöhungen u.a. südlich des Hafens und westlich der Speicherstraße vorgesehen, um Siedlungsbereiche zu schützen. Dort, wo die örtlichen Verhältnisse den Bau von Deichen nicht zulassen, zum Beispiel im Bereich des Hafens, sollen mit Mauerwerk verkleidete Hochwasserschutzmauern errichtet werden.

Das Genehmigungsverfahren konnte in nur elf Monaten abgeschlossen werden. „Viel kürzer geht es gar nicht, weil wir Bürgerinnen und Bürger, andere Behörden und Organisationen sowie die Naturschutzverbände beteiligen“, sagte Scupin. „Mehr Zeit war aber nicht nötig, weil die Zusammenarbeit mit der Stadt Celle vorbildlich funktioniert hat.“

Der Planfeststellungsbeschluss sowie die Pläne werden Anfang des neuen Jahres in der Stadt Celle für zwei Wochen ausgelegt. Wann und wo die Auslegung erfolgt, wird vorher ortsüblich bekannt gemacht.

Quelle: NLWKN